zwei aussergewöhnliche schlafplätze: Aishihik Indianer reservat und steinbruch


Nachdem wir Whitehorse verlassen hatten fuhren wir auf dem Alaska Highway bis zur Gas Station Otter Falls Cut Off. Das Besondere Highlight nur hier gibt es im Umkreis von hunderten Kilometern Feuerwerkskörper zu kaufen und die Yukoner kommen von nah und fern, um hier im Nirgendwo ihr Spielzeug zu erwerben. Im Shop trafen wir dann auch einen Typen aus Whitehorse, welcher ebenfalls die perfekte Besetzung für Crocodile Dundee gewesen wäre. Mit lausbubenhaften Grinsen verriet er uns, dass die Böller eine Überraschung auf einer Hochzeit sein sollten. Nach diesem überaus interessanten Small Talk widmeten uns unserem eigentlichen Vorhaben, denn wir hatten ein Schild mit den magischen Wort: „Showers“ entdeckt. Eine Dusche war mal wieder dringend nötig, also ab in die Trucker-Dusche! Das war für uns89u9 auch eine Premiere. Das erste Mal für 5 Bucks in ‘ner lausigen Tankstellen-Dusche. So schlimm wars aber dann doch nicht, ganz im Gegenteil. Wir fühlten uns wie neugeboren. Im Anschluss chillten wir in der Sonne bei einem Kippchen und ner kühlen Coke auf dem Parkplatz. Während wir so herumstanden, kam ein Wohnwagen an und es hüpften 1, 2, 3 und dann 4 Amish-Frauen aus ihrem Raumschiff. Frisch, fromm, fröhlich, frei stolperten sie über den staubigen Parkplatz und wir fragten uns schelmisch „Ey derffe die des überhaupt, mim Wohnwagen so rum fahren, mit Technik und so?“ Nein, das war natürlich nur ein Scherz! Trotz allem war es interessant und wir konnten unsere Augen einfach nicht von ihnen abwenden, mit ihren Häubchen, Schürzchen und altmodischen Kleidern in der Luxuswohnwagen-Limousine, was für ein Bild!

 

Wie sollte es nun weiter gehen? Weiter Richtung Haines Junction auf dem Alaska Hwy. zum Kluane Nationalpark oder ein kleines Abenteuer zu den Otter Falls durch ein Indianer-Reservat? Wir waren unentschieden, daher sollte es ein Münzwurf richten...“Zahl! Also weiter auf dem Alaska Hwy.“ Wir nahmen den Wurf ernst. Für ziemlich genau eine Minute. Die Abenteuerlust siegte, wir ergaben uns und landeten letztlich doch auf der Schotterpiste. Gleich zu Beginn wurden wir mit einem Schild begrüßt, auf dem sinngemäß geschrieben stand – Bison-Jäger, bitte schießt auch weibliche Bisons und helft uns den Bestand zu regulieren – dann 30km derbe Schotterpiste...natürlich sahen wir keine Bisons und die gar so schönen Otter Falls, rechtfertigten die Fahrt auch nicht. Trotzdem wurden wir reichlich belohnt. Wir erlebten durch unsere erste wilde Fahrt durch den Outback des Yukons ein atemberaubendes Panorama und eine Übernachtung an einem  wunderschönen See mitten im Nirgendwo.

 

Am nächsten Tag ließen wir uns am See viel Zeit bevor wir weiter gen Kluane Nationalpark aufbrachen. Der Kluane Nationalpark ist das größte Schutzgebiet der Welt und beherbergt die größten Gletscherflächen außerhalb der Polarzone und nicht zuletzt den höchsten Berg Kanadas, den St.Elias Mountain. Aus mehreren Dokus kannten wir schon dieses sog. „letzte wilde Paradies“ und freuten uns unendlich nun hier zu sein. Im Visitor Centre wurde uns von Amber einer wirklich sehr attraktiven Ranger-Lady, alle wichtigen Informationen zum Park gegeben, über Trails, Hiken und Co. So standen dann auch die nächsten drei Tage im Kluane Park im Stern von Bergwandern und Kanu fahren. Leider war der einzige Trail, welcher direkt an die Gletscher führt, aufgrund von „Bear Activity“ gesperrt.

 

Am ersten Abend fanden wir in Haines Junction in der Village Bakery mal wieder Internet-Zugang. Das sind dann immer die glorreichen, in der Regel, Stunden, die wir bei Cafe und Stückchen nutzen, um die Blogbeiträge und insbesondere die Fotos hochzuladen. Wir fragten einen Einheimischen, wo es wohl ein nettes Gratis-Plätzchen zum übernachten gäbe und er riet uns zu einen Steinbruch unweit von Haines Junction, an dem jetzt eigentlich keiner sollte. Also machten wir uns auf den Weg. Auf unserer Fahrt durch den Wald entdeckten wir dann zwischen Beerengebüschen einen Schwarzbär, welcher sich auch von uns nicht davon abhielten lies, seinen Appetit am Wegesrand der Forstsstrasse zu stillen. Wir waren ziemlich nahe und einmal schmiss er sein Haupt und schaute mir direkt in die Augen – da fuhr es mir durch den ganzen Körper! Was für ein Moment.

 

Nach einiger Zeit Suche fanden wir dann den Steinbruch mit einer tollen Aussicht auf die St. Elias Mountains und einer herrlichen Ruhe.  Am nächsten Morgen wurden wir dann aber von einem Arbeiter samt seinem Laster, welcher direkt hinter unserem Van hielt, geweckt. Er stieg aus und schmiss seinen Bagger an, um Steine auf den Laster zu verfrachten. Wir beschlossen also spätestens jetzt den Steinbruch schnellst möglich zu verlassen – es ist schließlich ein Arbeitsplatz und kein Schlaflager, dennoch haben wir keinen Anschiss kassiert. Wenigstens können wir das von unserer To-Do-Liste streichen: Übernachten in einem aktiven Steinbruch in Kanada – Check!!!J

 

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