Valdez in alaska - fühlt sich irgendwie an wie florida...


Zu häufig haben wir von der wunderbaren Landschaft rundum den Küstenort Valdez gehört. Da wir noch ausreichend Zeit haben, nehmen wir auch diesen ca. 400 Meilen langen Roundtrip auf uns. Zunächst ist die Landschaft wieder „relativ“ unspektakulär und so zählen wir Meile um Meile zu unserer Rechnung.... Zwischenstand: 8000km. Wieviel werden es noch werden? Wird der Dark Rider durchhalten? Zwischenzeitlich haben wir auf dieser Teilstrecke unser herunterhängendes Blech irgendwo verloren. Und als wir an einem Infopunkt über der Wrangler-St. Elias Nationalpark halt machen, ertönen seltsam kratzende Geräusche aus dem Tank.... es bleibt spannend.

Am Nachmittag tauchen wir ein in die atemberaubende Gebirgslandschaft rund um Valdez. Immer wieder halten wir an, um die Momente in uns aufzusaugen... natürlich nicht ohne die entsprechenden Erinnerungsfotos zu schießen. Den Worthington Gletscher nehmen wir dann genauer in Augenschein. Ein Trail führt direkt bis zum Gletscher und den aus ihm heraus fließenden Wassermassen. An diesem mächtigen Gebilde aus Eis und Schutt stehen wir für eine ganze Weile staunend und ehrfürchtig. Urängste von herabstürzenden Eis- und Felsmassen regen sich in Diana und mehrfach schaut sie ängstlich nach oben auf der Suche nach losen Steinen und Rissen im Eis. Aber natürlich passiert nichts und so setzen wir unseren Roadtrip nach Valdez fort. Doch weit kommen wir angesichts der Vielzahl an Natureindrücken nicht. Nach wenigen Meilen halten wir erneut an, um uns auf dem Trail 98 die Beine zu vertreten und von einem hervorragenden Aussichtspunkt einen unglaublichen Blick auf die umgebende Landschaft zu bekommen. Selbst die Erdhörnchen scheinen hier ihren Patriotismus freien Lauf zu lassen, den am Eingang ihrer Behausung finden wir eine kleine amerikanische Flagge, die im Wind weht. „Good bless America!“. Und weiter geht’s durch Schluchten, entlang von Flüssen und Wasserfällen bis nach Valdez.

Als wir in der Küstenstadt mit rund 4000 Einwohnern ankommen fällt uns zunächst die

enorme Zahl an Wohnmobilen, die wie Sardinen in der Dose eng geparkt die Parkplätze belegen. Bei einem abendlichen Spaziergang bei bestem Sonnenschein erkunden wir Downtown rund um den Hafen. Das geschulte Auge von Diana stellt gleich fest, dass hier außergewöhnlich viele Junge Männer umherlaufen. „Das ist man ja gar nicht mehr gewöhnt...sooo viele hübsche Jungs!“ In der Hafenmeisterei sichern wir uns Duschmarken und erfahren, dass die Stadt aufgrund der statt findenden Fish Derbies und der Berufsfischerei aktuell so gut besucht ist. Von unserem Vorhaben eine Kajaktour zu machen verabschieden wir uns angesichts der stattlichen Preise von rund 260$/P relativ schnell wieder. Stattdessen lassen wir es uns in einem Restaurant gut gehen, dessen Wänden mit ausgestopften Wildtieren tapeziert ist.

Die Nacht verbringen wir schließlich in Old Valdez an einem reißenden Gletscherfluss. Immer wieder treiben durch die Wassermassen entwurzelte Bäume direkt an uns vorbei. Den Segen der Polizei scheinen wir an diesem Örtchen auch zu haben, denn die vorbeifahrende Streife winkt mir zu (ich winke zurück) und fährt weiter. Die ursprüngliche Stadt wurde durch ein Beben der Stärke 9,2 verursachten Tzunami im Jahr 1964 komplett ausgelöscht. 31 Menschen starben. Das heutige Valdez wurde daraufhin rund 4km weiter westlich aufgebaut.


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