direction: Stewart Cassiar Highway

 

Letzten Montag haben wir Haida Gwaii hinter uns gelassen und die Fähre zurück auf das Festland genommen. Die drei Wochen vergingen unfassbar schnell und eine ereignisreiche Zeit gefüllt mit netten Bekanntschaften, Fishing-; Kanu- und Pferdetrips, einigen Umtrünken und nicht zu vergessen reichlich gärtnerischer Aktivitäten wird uns in sehr guter Erinnerung bleiben. Die Ruhe und Gelassenheit welche einem auf der Insel widerfährt ist traumhaft und der Reichtum an natürlichen Ressourcen unfassbar – Jagen und Fischen – am Meer sein und im Wald!  - Das macht echt Lust auf mehr.

Auf Haida Gwaii haben wir soviel Lachs selbst gefangen und in Gläser eingemacht, dass wir bis ans Ende unserer Reise jeden Tag davon essen und dabei in Erinnerungen schwelgen können. Ich hätte es bis vor meinem Aufenthalt in Haida Gwaii nicht  für möglich gehalten, dass ich jemals so viel Fisch essen würde, dass er mir schon fast zum Hals raushängt. Daher besten Dank an Mutter Erde für dieses schöne und leckere Geschenk!

 

Auf der siebenstündigen Fährfahrt zurück nach Prince Rupert relaxten wir bei bestem Wetter auf dem Sonnendeck. Wie so häufig in Kanada trafen wir auch auf der Rückfahrt wieder einige bekannte Gesichter. Unter anderem David, der mit dem Fahrrad auf der Insel unterwegs war und auch als Förster im Bereich Helicopter-Logging tätig ist – ziemlich spannende Angelegenheit. Glücklicherweise rauchte David Drehtabak – Mein geliebter Tabakbeutel war nämlich kurz vor der Abreise auf unerklärliche Weise verschollen. Sorry, Tobi!

Zurück in Prince Rupert waren wir ein paar Besorgungen erledigen – Shopping, eh klar! - und fuhren dann wieder zurück auf den Highway 16. Ein idyllisch gelegener Boat Launch am Skenna River, der uns bereits auf der Hinfahrt nach Prince Rupert aufgefallen war, diente am Ende unserer Tagestour als Gratisübernachtung umgeben von Natur pur.

Nach einem Riesenstück selbstgefangenen Lachs mit Reis und anschließender Cuba Libre Runde sah ich im Dämmerlicht einen Bären nur ca.  fünf Meter entfernt aus dem Dickicht auf uns zu kommen. Vor Schreck sprang ich auf, schrie: „Tobi, ein Bär!“. Und flüchtete in Richtung Van. Eigentlich kann Tobi ja nicht viel aus der Ruhe bringen, aber dieses Mal habe ich ihn voll mitgerissen und er sprang ebenfalls auf und flüchtete mit einem lauten „Aaaahhh“-Ruf auf die deutlich weiter entfernte Fahrerseite des Sicherheit versprechenden Vans. Als wir dann aber feststellten, dass da kein Bär um unser Gefährt schleicht, der sich über unseren Cuba Libre her machen möchte, habe ich mich vor Lachen nicht mehr eingekriegt. Der zu Tode erschreckte Tobi fand das dagegen gar nicht lustig. Ich musste so unglaublich Lachen, da ich tatsächlich dachte einen hungrigen Bär in Umrissen erkannt zu haben und ich Tobi zudem noch nie so erschreckt gesehen hatte. Oh man! Ich muss jetzt noch Tränen lachen, während ich das aufschreibe.  

 

Nachtrag: Jetzt, einige Tage später und nachdem wir einige Schwarzbären auf unserem Roadtrip genauer beobachten konnten, bin ich mir nun sicher...da war ein Bär war! Ich kann mich deutlich an helle Schnauze erinnern.

 

Am nächsten Morgen gings dann weiter nach Terrace, einer Autostadt und zudem der letzten größeren City für die nächsten rund 1000 km auf unserem Weg nach Whitehorse. Es standen daher noch so einige Erledigungen und Vorbereitungen an bevor wir uns auf den Weg weiten Weg in den Yukon machten. Neben letzten Einkäufen kostete uns die Frage, ob es beim Verkauf unseres Vans im Yukon etwas zu beachten gäbe rund vier nervenzerreibende Stunden. Die Verwirrung entstand in erster Linie durch die Unwissenheit unserer Gesprächspartner in den Zulassungsbehörden und Versicherungen. Eigentlich waren wir uns ziemlich sicher über den Ablauf, aber zur Gewissheit wollten wir uns eben doch nochmal versichern, bevor wir BC verlassen. Also gingen wir zur Motorvehicle Branch of BC, einem Regierungsbüro und dachten – „ Na die müssen es ja wissen! – Aber eh eh! Fehlanzeige. Die Frau schickte uns zu einem Versicherungsbüro, die es ihrer Meinung nach ganz sicher wissen müssten. Also next stop: Versicherungsbüro. Das Mädel hatte mal überhaupt keine Ahnung und verunsicherte uns noch mehr mit der Aussage, das Einzige was Sie wüsste sei, dass wir den Van in BC abmelden müssten und die Nummernschilder in BC verbleiben müssten. Ich fragte Sie nochmal, ob Sie vielleicht noch jemanden in der Stadt kennen würde, der sich mit dem Thema „Sell a car out of province“ auskennt – Fehlanzeige. Nach weiteren zwei Behördengängen wurden wir dann letztendlich zu Kim geschickt, einer ganz lieben Frau in einem privaten Versicherungsbüro, die uns nach ein paar Anrufen und über einer halben Stunde Warteschlange am Telefon versicherte, dass wir den Van ohne Probleme außerhalb der Provinz verkaufen können, OHNE die Nummernschildern vorher abzumelden. Vielmehr sagte sie „let the date expire and keep the plates“. Lange Rede, kurzer Sinn – es war nervig, aber es war auch schön zu wissen, dass es Menschen gibt, die einem wirklich weiterhelfen wollen, koste es auch `ne Stunde Aufwand ohne dafür entlohnt zu werden. Danke Kim J

 

Besuch im Barber Shop 

 

 

Nachdem wir nun sorgenfrei BC verlassen konnten, sprach auch nichts gegen einen „schnellen“ Besuch im Barber Shop. Zuerst war es uns ja schon ein wenig unangenehm, da wir beide uns seit drei Tagen nicht die Haare gewaschen bzw. geduscht hatten – aber wenn man es genau nimmt noch ein Grund der dafür spricht, sich die Haare von Friseur waschen zu lassen. Tobi wurde schick gemacht, runzelte aber zunächst sorgenvoll die Stirn, als die nette Hairstylistin gar zu engagiert mit dem Kurzhaarschneider seiner Mähne zu Leibe rückte. Am Ende sah es aber recht fesch aus und sogar sein „Bärtchen“ war endlich mal wieder getrimmt worden. Ich schenke währenddessen dem äußerst sympathischen Friseur „Brandon“ vollstes Vertrauen. Schnipp, schnapp und schon hatte ich mit irgend so ‚ner Rasiermesser Methode aus New York, die angeblich mehr Volumen ins Haar bringt, die Haare schön. Der Laden ähnelte einem kleinem Antiquitäten-Shop mit alter Juke Boxes und mega alten Frisierstühlen. Im Radio lief – na was wohl – Country Music. Die Mädels sangen die äußerst romantischen Pop-Country-Lyrics mit und legten hier und da ein paar Tanzmoves ein. Schee wars! 

 

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Comments: 1
  • #1

    Marielena (Monday, 04 July 2016 09:11)

    Das sieht ja alles sooo toll aus :) Macht weiter so und genießt es!