...but Jimi the cat doesn't care


„Schau mal der Flyer hier!“ Yeah, endlich geht mal was ab in Smithers, BC, dachten wir als wir im Mountain Eagle Book Store standen und uns über das Grand Opening der renovierten hiesigen Radiostation CICK informierten. Während unserer Shoppingrunde kauften wir dann am Freitag unsere Tickets für 10$/P und bummelten anschließend in der Nachmittagssonne gemütlich zum Central Park, wo auch der wöchentliche Farmers Market immer samstags stattfindet. Vor der außergewöhnlichen Radiostation (= altes Zugabteil) fanden wir eine kleine Menschenansammlung und eine kleine Freiluftbühne vor.  Häää, haben wir dafür 10$ gezahlt? Fragten wir uns. Ok, nun denn, also setzten wir uns ins Gras und lauschten Hobbyband während wir uns über die von Subway gesponserten Gratis-Sandwiches hermachten.

 

 


Dann treffen wir auf Jenn, die Freundin unserer Gastfamilie und auf die Frage was hier los ist und was das Programm für heute noch hergeben wird, verlinkt sie uns umgehend mit ihrem freundlich lächelnden Bekannten, der in einem umzäunten Bereich steht. Gleich darauf befinden wir uns in einem netten Gespräch mit einer weiteren lustigen Canadierin, die uns erklärt, dass outside die Abschlussveranstaltung der „Bike to work week“ stattfindet. Der Radiosender  mit Bühne und Tanzfläche sei im Zug und außerdem sollen wir doch gleich in den Beergarden (umzäunter Bereich) kommen und unser erstes Bier abholen...Mit unserem ersten Mountain Ale in der Hand ziehen wir eine erste Zwischenbilanz. Bier schmeckt, aber dass hat hier mal ganz und gar nichts mit einem Biergarten zu tun wie wir ihn kennen. Außer der Absperrung wegen den strengen Auflagen hinsichtlich Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit und einer kleinen Außentheke finden wir noch ein Mischpult und eine Dixi-Toilette. Sitzgelegenheiten sind dagegen tabu, auch eine Ansage ;-) 

 

Smithers Radio Canada
fenced up in the beer garden

Nach und nach füllt sich vor allem der Außenbereich und wir kommen so mit einigen netten Leuten, v.a. Musiker, in Kontakt. Von Vagundo, Dave und Matthias dem deutschen Auswanderer erfahren wir so einiges über die lokale Musikscene. Zwischendurch wird unser zunehmend heiteres Geplauder immer wieder von psychedelisch-elektronischen Live Konzerten aus dem Bauch des Zugs unterbrochen, wo der intensive Sound und der mit rotem Licht geflutete Zug die Zuhörer völlig in ihren Bann zieht.

 


Dann kommt unerwartet unser kanadischer Freund Ross aus Makenzie und seine Begleitung Ash aus dem Zugabteil zu uns in den Beergarden gestolpert. Das herzliche Wiedersehen war eigentlich erst für den folgenden Tag vorgesehen, daher waren wir umso erfreuter, dass die beiden mit uns feiern konnten.

Gegen 23.30 neigte sich die Party bereits dem Ende zu und wir fragten uns, wie wir den angebrochenen Abend nun forstsetzten sollten. Da unsere beiden Neuankömmlinge vor noch keinen geeigneten Schlafplatz ausfindig hatten, konnten wir unsere neu erworbenen Ortskenntnisse voll ausspielen.... also machen wir uns auf zu dem ca. 15km entfernten Tyhee Lake und bereits wenig später setzen wir die Feier im Schein eines Lagerfeuers und mit aberwitzigen Geschichten von Ross fort. Ross erzählte u.a. über seine schwule Katze Jimmi, die trotz Ablehnung immer wieder Annäherungsversuche startete. Wir krümmten uns dabei vor lachen und baten Ross ernsthaft um eine Pause.

 


Am nächsten Morgen wachten wir früh auf, da wir zurück zur Farm mussten um wie versprochen die Tiere zu füttern. Also goß ich mir gähnend einen Kaffee to go von Ash ein, die bereits mit einem Buch und Angel bewaffnet am See saß. Respekt, dafür! 

Müde drein blickend verabschieden wir uns also kurz, verabreden uns für den folgenden Abend und schlurfen zu unserem Van. Kaum sitze ich hinter dem Steuer und lege den Rückwärtsgang...eine dumpfe Erschütterung. Ich lege den Vorwärtsgang ein und schaue aus dem Fenster...durchdrehende Reifen, nichts bewegt sich...ein leiser Fluch!

 

Bei der Begutachtung muss ich mir schließlich eingestehen, dass ich in meiner morgendlichen Unachtsamkeit den einzigen großen Stein weit und breit gerammt und auf ihn aufgesessen bin. Glücklicherweise können wir den Felsbrocken mit einigen Handgriffen zügig beiseite räumen und ich stelle fest, dass der Van außer ein paar kleinen Dellen im Tank keinen Schaden genommen hat. Glück im Unglück also, denn das Ereignis hatte durchaus Potential unsere weiteren Reisepläne erheblich zu beeinflussen...

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Comments: 1
  • #1

    Mutziii (Friday, 01 July 2016 10:22)

    Haha, ein eingezäunter Biergarten ist fast so geil wie eine Weinprobe, bei der man keinen Wein ausgeschenkt bekommt :-D (nur in Finnland)

    viel Spaß euch beiden noch :-*