San Francisco - my musicians' dream of a city


Drei Tage San Francisco liegen hinter uns – und die Stadt bleibt nach wie vor meine absolute Lieblingsstadt auf dieser Welt. Vor lauter Staunen, habe ich bestimmt 100 mal unbewusst gesagt: "Was für eine tolle Stadt". Das letzte Mal als ich hier war, war ich gerade mal 19 Jahre jung und Amerika war für mich (die noch von einer großen Rockstar-Karriere träumte), ein einziges Riesen-Musiker-Paradies - ich war einfach baff von der Musikkultur hier.  Damals war ich mit M. in den Weststaaten unterwegs, wir hatten unsere Gitarren dabei und haben auf der Strasse Musik gemacht und ein Haufen Musiker kennengelernt, u.a.  Will, einem ziemlich verrückten Vogel aus Nordkalifornien, der uns damals eine Freak-Welt gezeigt hatte, von der wir noch keine Ahnung hatten, dass sie exisitert. Er reiste mit seinem Musik-Kunstprojekt Art Music Junction durch die Staaten und voilà nun waren wir Teil des Projekts und zogen zu Dritt rum. In einem alten Dodge Van, der auf Frittenöl fuhr, ging es von L.A hoch nach San Francisco. 

 

San Francisco hatte bei meinem ersten Besuch einen so starken Eindruck auf mich hinterlassen, dass ich mich dieses Mal nach 14 Jahren wie ein kleines Mädchen gefreut hatte wieder hierher zu kommen und war echt ganz schön aufgeregt. Es ist schon ein Traum für mich in Erfüllung gegangen : Mit meinem Hund Bella, meiner besten Freundin und treuesten Begleiterin (und natürlich Tobi) an der Golden Gate Bridge stehen - WOW! We made it! I love you both!!!

 

Die Stadt  ist unglaublich schön, geküsst von Sonnenschein; umgeben vom wilden Pazifik und atemberaubender Natur. UND vor allem ist sie Sitz einer Musik und Kunstszene, die weltweit ihres gleichen sucht. Die Geschichte der Musikkultur in San Francisco hat Musik in den 1960er und 1970er Jahren auf der ganzen Welt beeinflusst und transformiert. 

Dazu kommen das mediterrane Klima der Stadt, kunterbunt bemalte spanisch-viktorianisch zerflossene Architekturstile berg hoch, berg ab und ein Melting Pot aus so vielen verschiedenen Kulturen. Vor allen aber vielen SüdamerikanerInnen/MexikanerInnen die der Stadt ein ganz besonderen Charakter verleihen.  Sie ist die liberalste und Trump-resistenste Stadt in den USA überhaupt und hat eine enorm große Bedeutung für die LGBTQIA-Bewegung. Dieses Örtchen Erde ist einfach meine Nummer Eins, wäre da nicht dieser kleine Nachteil: Sie liegt in den Staaten – und wer will schon, unter diesen politischen Umständen, von denen nicht zu erwarten ist, dass sie sich in den nächsten Jahren wieder in eine andere Richtung drehen, schon wirklich dort leben?

San Francisco entwickelte sich zu Beginn der "Europäisierung",  wie ganz Kalifornien unter spanischer Kolonie. Die unzähligen native Tribes, die heute unter dem Namen Ohlone Tribes subsummiert werden, wurden ab Mitte des 17.Jhd. drastisch durch die europäische Invasion dezimiert und es  erinnert heutzutage leider zu wenig im Stadtbild an die Menschen, die für tausende von Jahren diese Region besiedelten. 

Während unseres Besuches hören wir fast so viel Spanisch wie Englisch. Insbesondere MexikanerInnen bauen und restaurieren die Stadt; halten die Stadt sauber und begrünen sie – ziemlich auffällige Gesellschaft - und Arbeitsteilung nach Herkunftsländern. Nur die Kinder reicher SüdamerikerInnen kommen hier her, um zu studieren und davon gibt es auch ziemlich viele. 

Wenn San Francisco in den 1960er/70er Jahren für die Flower Power Bewegung stand, steht sie spätestens seit zwei Dekanden für den dot.com-Boom, der die ganze Welt verändert hat.

Egal was wir nutzen, Apple; Microsoft, Google, Facebook, Youtube, Twitter – das alles kommt von hier aus dieser Ecke und hat hier seinen Sitz. Es muss also in dieser Stadt ein ganz besonderes Windchen wehen, was die Leute zu ziemlich krassen Ideen inspiriert – damals wie heute.

Durch die dot.com Ideenschmiede ist die Stadt auch zu einer der teuersten Städte der Welt geworden und wir kommen mit  so manchen ins Gespräch und fragen uns, wie sie in dieser Stadt, in der man durchschnittlich 3.500 US für ein kleines Appartment zahlt, überleben kann? Die Antwort die wir bekommen ist: Ein Lächeln,  “Gar nicht – man überlebt eher!”

Gegen die ganzen High-Tech-Brains, die ein Einstiegsgehalt von 150.000 US bekommen, wie kann da ein Bauarbeiter oder eine Gärtnerin, jemand der in einem Plattenladen oder Thrift Store arbeitet noch mithalten? Wir verstehen es nicht, da Vancouver Island und Vancouver schon so mega teuer sind und wir schon am Limit operieren, aber das hier? Keine Ahnung wie die das hier machen.  Die Gentrifizierungsprozesse in der Stadt sind jedenfalls enorm.

Bei aller Liebe zu dieser Stadt, ich glaube wenn man wirklich dort lebt, geht es tatsächlich mehr ums Überleben und so ein Besuch ist sicherlich entspannter - dennoch als Musikerin hier zu leben, bleibt ein Jugendtraum für mich - träumen darf man doch, oder? ;) 


"De turistas"


The golden Gate Bridge - still a symbol of freedom and a dream for me to be here!


going crazy at Amoeba - biggest music selection store worldwide - you can find every little gem here


happy with my new vinyls of san francisco bands and..We're having hamburgers of course...


Haight and Ashbury - historical Music district where bands like grateful dead and Co. used to live and jam and got icons of the flower power movement


Tobi and Bella in the summer of love

The Castro - centre of the Gay/Lesbian/queer liberalization movement

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Comments: 2
  • #1

    Mutzi (Sunday, 25 February 2018 02:09)

    Frittenöl??! X-D ein toller Beitrag mit vielen Infos und richtig schön geschrieben! Danke fürs Teilen Mutzi :-* (ich will auch unbedingt da mal hin!)

  • #2

    Ben Heinrich (Monday, 26 February 2018 09:05)

    Hey ihr geilen Fucker!
    Ich empfehle euch, nördlich von SF, Miesmuschel an den Felsen zu ernten. Sind super lecker und fast niemand erntet sie. In den Wintermonaten sind sie auch genießbar.
    Und schaut euch die Muir Woods an! Neid! Cu