Roadtrip mit Hund

Einreise mit Hund von Kanada in die USA

 Im Frühjahr 2018 hatten wir uns zu einem Roadtrip entlang der US Westküste entschieden, um den tristen Winterwetter auf Vancouver Island zu entfliehen. Die Fähre von Victoria nach Port Angeles setzte uns sicher in die USA über, eine Reservierung war nicht notwendig. Soweit also alles recht unkompliziert und easy!

 

Mit Bella an Bord erforderte aber auch diese Reise ein klein wenig Vorbereitung um Überraschungen bei der US Grenzkontrolle zu vermeiden.

Für die Einreise in die USA ist wie bereits bei der Einreise nach Kanada ein Gesundheitszeugnis eines (kanadischen) Tierarztes vorzuweisen. Vor allem die Tollwutimpfung muss auf dem aktuellen Stand sein. Es ist daher notwendig, dass ihr einige Tage vor eurer Reise einen Termin bei einem kanadischen Veterinär ausmacht. Kanadier reisen gerne mit ihrem Hund und daher kennen sich die Tierärzte mit den erforderlichen Unterlagen sehr gut aus. In der Regel sollte das relativ unkompliziert sein, sofern euer Vierbeiner gesund ist. Für das Attest solltet ihr ca. 150-200 kanadische Dollar einplanen. Je nachdem ob weitere Impfungen oder Behandlungen fällig sind kann die Rechnung natürlich auch höher ausfallen.

 

Abschließend noch ein Tipp am Rande. Da ihr sowieso bei der US Grenzkontrolle anhalten müsst um die Atteste für euren Hund vorzulegen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch gleich euer komplettes Fahrzeug durchgecheckt wird. Es ist daher empfehlenswert sich vorab über die Einreise- und Zollbestimmungen in die USA etwas intensiver zu erkundigen.

Komplikationen bei Reisen mit Hund

Eine Kanadareise mit eurem treuen vierbeinigen Freund ist etwas ganz Besonderes und ihr werdet diese Zeit mit Sicherheit sehr genießen. Trotz einiger Einschränkungen, v.a. bei Restaurantbesuchen, sind die Kanadier insgesamt sehr hundefreundlich und ihr werdet nicht nur einmal einen Hund auf dem Beifahrersitz oder der Ladefläche eines Pickups sehen. Der Kanadier und sein Hund an sich ein unzertrennliches Team.

 

Bei aller Freude über den gemeinsamen Roadtrip kann es unter Umständen auch zu Komplikationen kommen, wenn es Bello mal nicht so gut geht. Im Allgemeinen hat bereits jedes kleinere Städtchen mindestens einen Tierarzt oder eine Tierklinik. Qualität und Kosten der Behandlung können sich aber erheblich zwischen den Vets unterscheiden. Ein online Vergleich kann da helfen.

 

Bevor die eigentliche Behandlung beginnt, wird in der Regel zunächst eine allgemeine Gesundheitsuntersuchung durchgeführt, bei dem Gewicht, Zähne, Temperatur etc. untersucht werden. Diese kostet rund $150-200 und ist obligatorisch. Es empfiehlt sich daher auch den Tierarzt nicht allzu häufig zu wechseln, da diese Kosten jedes Mal erneut anfallen. Die Klinikstandards in Kanada sind geringer als in Deutschland und oft ist die Ausstattung auf den ersten Blick tendenziell etwas veraltet. Lasst euch davon jedoch nicht abschrecken. Aufgrund einer notwendigen Operation und anderweitiger Erkrankungen haben wir mittlerweile eine Reihe unterschiedlicher Tierärzte in ganz Kanada aufgesucht und wurden bislang nicht enttäuscht. An dieser Stelle möchten wir insbesondere die Spay Clinic in Edmonton, Alberta und Cesinos Veterinary Services in Sooke, BC empfehlen.

Allgemeines zu Reisen mit und in Kanada

Wie bereits erwähnt ist Kanada ein sehr hundefreundliches Land. Es ist daher nur mit kleineren Einschränkungen, v.a. Bei Restaurantbesuchen zu rechnen. In Außenbereichen sind Hunde meist willkommen. In Geschäften müssen Hunde ebenfalls meist draußen bleiben, aber auch hier gibt es Ausnahmen, z.B. Canadian Tire. In kleineren Geschäften erhält man auf Nachfrage häufig die Erlaubnis mit Hund zu shoppen. Support und Service Dogs sind überall willkommen, auch wenn das System mittlerweile etwas an seine Grenzen gelangt, da es durchaus auch ausgenutzt wird.

 

Auch wenn ihr häufiger Hunde auf Beifahrersitzen sehen werdet, ist dies offiziell nicht erlaubt und wird bei Verkehrskontrollen als Ordnungswidrigkeit mit bis zu $100 geahndet. Hundetransportboxen sind daher auch in Kanada im Straßenverkehr notwendig.

An Stränden und in Naturparks gilt v.a. während der Hauptreisezeit im Sommer Leinenpflicht, die aber häufig nicht ganz so streng genommen wird. Vor allem in der Nebensaison kann euer Hund aber nach Herzenslust im Meer baden und im Wald frei herumlaufen. In den USA ist die Situation vor allem in den Nationalparks etwas anders. Hier sind Hunde auf vielen Wanderwegen leider nicht erlaubt.

Auf Spaziergängen und Wanderungen in der Natur solltet ihr euch über die Anwesenheit von allerlei Wild und Großraubtieren wie Bär, Wolf und Berglöwen (Cougars) im Klaren sein. Im Zweifel ist daher das Anleinen eures Hundes unbedingt ratsam und für alle Beteiligten gesünder. Abgesehen von diesen wenigen Punkten hatte unsere Terrierhündin Bella sehr viel Spass in Kanada. Wir sind sogar der Meinung, dass Sie mehr Freiheiten genießen konnte als in Deutschland.

Hinsichtlich der Wahl der Unterkunft gelten ähnliche Verhältnisse wie in Deutschland. Gewerbliche Unterkünfte erlauben häufig Hunde, verlangen aber teilweise ordentliche Aufpreise oder machen Auflagen. Bei der Suche von Mietwohnung mit Hund kann sich die Auswahl schon deutlich einschränken, da Vermieter häufig keine Hunde akzeptieren.