Gemüseanbau - Ansätze zum Selbstversorgen


2014 sind wir ins Gartengeschäft eingestiegen, nachdem wir zu Thorsten auf die kleine Ranch gezogen sind. Wir nennen unseren Wohnsitz liebevoll kleines Höfchen oder Ranch, da wir Fans von der romantischen Vorstellung einer kleinen Ranch im Wilden Westen Kanadas sind und uns oft zusammen hinein träumen, wie es wohl wäre, eine kleines Stück Land in Kanada zu haben.  Jedenfalls waren wir nun von einem großen Stück Gartenland umgeben, dass uns reichlich Platz zum Anbau von Gemüse bereit hielt. Thorsten unser Vermieter und mittlerweile sehr guter Freund gab uns von Anfang an den Freifahrtschein so gut wie alles auf dem Gelände mitbenutzen zu können. Also nicht nur den Garten, sondern auch sämtliche Werkzeuge für die Bearbeitung von Holz oder Stellplätze für drei Fahrzeuge und eine Menge Platz für unser ganzes Hab und Gut – was bei den vielen Hobbies die wir haben, nicht wenig ist. Der Boden im Garten wurde jahrelang nicht bewirtschaftet und die Bodenzusammensetzung war keine, die eine reiche Ernte versprach. Der Boden musste von Strauchwerk  befreit werden und  es galt zunächst mal dem Boden Nährstoffe zuzusetzen. Dabei half uns insbesondere eine große Ladung alter Pferdemist, der in den Boden eingearbeitet wurde.Im Februar ziehen wir die ersten Pflänzchen im warmen Häuschen vor, so dass alle Fensterbänke und jeder kleiner Platz, welcher von der Wintersonne erreicht wird, völlig zugestellt ist mit Mini-Gewächshäusern. Es ist gar nicht so einfach wirklich zu wissen, was die verschiedenen Gemüsepflänzchen für Ansprüche haben. Natürlich brauchen Sie allesamt die Grundelemente, Wasser; Licht; Wärme; Erde, nur die richtige Mischung macht den gesunden Wachstum aus. Mit der Zeit wird einem die Erfahrung und die Beobachtungsgabe zu teil, Signale der Pflanzen besser zu deuten und dementsprechend zu umsorgen. Es ist unheimlich schön, die Pflänzchen von  ihrer Geburt an zu begleiten, bis sie entweder in unserem Mund landen, oder aber im Winterschlaf verschwinden und bis zum nächsten Frühling in der Kälte ausharren. 

 

  Es stärkt die Verbindung und das Urverständnis und Mitgefühl für die uns umgebende Welt und die Wunder der Schöpfung. Die kleinen Pflanzen sind einerseits so hochsensibel und verletzlich, andererseits sind sie stark und strotzen voller Temperament dem Licht und dem Leben entgegen.

Ein großes Ereignis ist dann der Umzug der Pflanzen aus dem geschützten Raum des warm befeuerten, windstillen Hüttchens in die Freiheit nach draußen. Jetzt werden sie auf eine Bewährungsprobe gestellt und es ist aufregend zuzusehen, wie sie diesen Übergang zum Erwachsenwerden im Rücken der rauen Rhönwinde wegstecken. 

Zugegebenermaßen desto intensiver man sich mit der Gartenbau-Materie auseinandersetzt, desto komplexer gestaltet sich die Auswahl an Anbaumethoden, die von anthroposophischer Landwirtschaft hinzu Permaculture ein enormes Spektrum an unterschiedlichen Vorteilen und Nachteile bieten und auf geistiger Ebene nicht selten dazu anregen über ethische Grundsätze zu reflektieren.

 

Im Endeffekt geht es am Anfang erst mal darum, ein Gefühl für den Umgang mit Pflanzen in ihrer Lebenswelt zu bekommen, dann kann eine produktive Auseinandersetzung mit  Anbaustrategien folgen. Wir haben uns in den letzten zwei Jahren in unterschiedliche Gartenbauphilosophien hineingelesen und wir versuchen uns im Rahmen unser Möglichkeiten selbst zu versorgen. Dazu gehören Tomaten, Zucchinis, Paprika, Pepperoni, Chilis, Gurken, Spinat, diverse Salatsorten, Kürbis, Radieschen, rote Beete, Mangold, wilde Rauke, Kohlrabi, Kartoffeln, Erdbeeren und Himbeeren. Pflaumen, Kirschen, Walnüsse offerieren uns im Spätsommer die alten Bäume auf unserem kleine Stück Land und Umgebung.