Wanderlust im grössten naturschutzgebiet der welt


St. elias lake trail

Wir fuhren von unserem Nachtlager im Steinbruch zum Lake Kathleen um ein Frühstück zuzubereiten und unserer Sachen für unseren Wander- und Kanutrip vorzubereiten. Danach holten wir die Schlüssel für’s Kanu, Rettungswesten und Paddel für das am See deponierte Kanu und fuhren dreißig Meilen zum St. Elias Lake. Nach einer schönen Wanderung kamen wir am See an und genossen einige schöne Stunden auf dem Kanu auf diesem versteckten türkis- bis dunkelblaugefärbten Gewässer in den Bergen. Traumhaft! Um im Nationalpark zu fischen benötigt man eine gesonderte Fishing License und Tobi hatte sich eine für unseren Trip besorgt, dennoch blieben die Versuche auf dem St. Elias Lake erfolglos. Die Fische hatten wohl gerade eine Siesta eingelegt.

 

 

Am Abend übernachteten wir auf der Campsite am Deazadashi Lake. Zwischen Amis, die hier oben aufgrund des Alaska Highways, der die „Lower 48“  mit dem Last Frontier Staat verbindet, immer mehr werden und zwei sich den ganzen Abend anschweigenden Mädchen bauen wir unser Hab und Gut auf und nehmen ein Bad im eiskalten See und wärmen uns dann bei Lagerfeuer und Cuba Libre.

 


King's Throne Trail

Für den nächsten Morgen stand eine Bergwanderung an, welche uns hoch auf den King’s Throne, einer der Berge am Kathleen Lake führen soll. Schwierigekeitsgrad: Moderat. Mit Bärspray am Gürtel und genügend Essen und Trinken geht’s los. Die Trails in Kanada sind nicht mit denen zu vergleichen, die wir aus den Alpen kennen. Uns erwartet insbesondere beim Abstieg eine für die Knie sehr belastende Strecke über Stock und Stein, bei der extreme Vorsicht geboten war. Doch die Anstrengungen zahlten sich aus,  der Ausblick von hier oben über den See und die umliegenden Berge sind wunderschön.

Wir treffen ein nettes Mädel aus Quebec und zwei Jungs, die noch weiter hinauf wollen auf den Pass – eine nicht ungefährliche Angelegenheit. Wir wünschen ihnen „save travels“ und machen uns auf den Rückweg. Wieder zurück am See angekommen, ziehen wir unsere Badesachen an und springen in den See, der wirklich extrem kalt war. Die anderen Leute sehen uns ungläubig an, welche in Jacken eingemummelt am Ufer saßen. Außer uns haben wir hier in den Seen noch keinen Menschen baden gesehen. Die Leute wissen nicht, was ihnen entgeht. Wir sitzen noch eine Weile am Ufer und bewundern den Berg, den wir zuvor erklommen haben – ein befreiendes Gefühl, insbesondere nach dem Temperaturschock des eisigen Gewässers, mit dem wir Körper und Geist wach gerüttelt haben.

Nachdem wir endlich unsere Wäsche in einem Motel gewaschen hatten und in der Bakery ein nettes Paar aus Washington kennenlernten, welchen für zwei Wochen mit dem Fahrrad hier oben unterwegs waren, folgte eine aufregende Fahrt durch den Yukon hinzu unserem nächsten Ziel, dem Sheep Creek Trail. Wir sind mal wieder geflasht von der Landschaft, durch die wir hindurch ziehen – es will einfach nicht aufhören mit der Faszination. Um den Kluane Lake herum schafft die Landschaft teilweise einen wüstenartigen Eindruck, mit Sandwinden, die über See und Land ziehen und uns in Kombination mit den Lichtverhältnissen an diesem Abend ein spektakuläres Naturschauspiel präsentieren. Es sind wie immer kaum Autos hier oben unterwegs und wir beschließen hier unweit der Straße, dennoch abgelegen, am Kluane See zu übernachten. Die Natur zeiht uns so in ihren Bann, dass wir bis spät in die Nacht wach bleiben. Tobi machte es sich auf einer kleinen Landzunge mit seiner Angel gemütlich. Ich widmete mich dem Schreiben und genoss die magische Stimmung am See.


Sheep creek trail

...und los geht’s zum Sheep Creek Trail. Wir sind zwar schon mitten in der Pampa, aber müssen noch einige Kilometer weiter fahren, um zum ausgangspunkt des Trails zu kommen. Einer der beiden Trails ist aufgrund von Bear Activity geschlossen und ein leicht mulmiges Gefühl macht sicvh in meiner Magengrube breit! Immer diese Bären überall J Nu denn angekommen an der Kreuzung der beiden Trails sehen wir ein Gedenktäfelchen, welches einer Frau Mitte Dreißig gewidmet ist und hier durch eine Bärattacke ums Leben gekommen ist – Ja! Jetzt geht es mir schon viel besser und ich fühle mich noch sicherer den Trail zu wandern. Ich checke nochmal zuvor mein Bärspray und versuche dann nicht mehr soviel darüber nachzudenken, Hauptsache immer schön laut sein, dann passiert schon nichts! Der Trail ist eine jahrtausendalte Handelsroute der Indianer und führt uns durch wunderschöne Berglandschaft, die mich teilweise an den Grand Canyon erinnern. Es ist der dritte Tag wandern in Folge und deshalb bin ich dann doch auch erleichtert, als wir das Ziel erreichten, da die Beine schon etwas müde waren. Danach folgte schon fast routinemäßig ein Bad im eiskalten Kluane See. Wir verbringen die Nacht auf einem ruhigen Campground, welcher aber ebenso aufgrund von Bear Activity zum Zelten gesperrt ist. Das schöne und sympathische  hier oben im Yukon ist, dass das Feuerholz umsonst ist und von daher macht es dann auch Freude mal auf einer Campsite zu übernachten, dann lohnt es sich wenigstens die 15 Dollar auszugeben.

 


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