first time alaska - between Totem Poles, glaciers and ghost towns

 Von Terrace gings letzten Mittwoch in den Nisga’a Memorial Lava Bed Park, dem ersten Provincial Park in BC, der Hand in Hand mit den First Nation der Region, Nisga’a und der Regierung von BC eingerichtet wurde und heute gemeinsam verwaltet wird. Die Landschaft ist geprägt von dem jüngsten Vulkanausbruchs Kanadas’ vor 263 Jahren und dementsprechend interessant zeigte sich uns die Landschaft. Umgeben von bizarren Vulkanlandschaften, war es dann auch schon wieder Zeit nach einem netten Plätzchen für die Nacht Ausschau zu halten. Ein von First Nations verwalteter Camping Platz bot sich an und letztlich die einzige Möglichkeit weit und breit, auch wenn wir es grundsätzlich vermeiden Campingplätze anzusteuern. Außer uns kein Mensch zu sehen! Umso besser! Da haben wir alles für uns und unsere Ruhe. Hier im Nordwesten Kanadas wird ein Aufenthalt in der Natur an dem Maßstab der Begegnungen mit Menschen gemessen: Keine Menschen: Sehr gut – Höchste Punktzahl. Zwei bis drei Gruppen von Menschen – befriedigend. Alles darüber – nicht sehr befriedigend. Auch wenn Begegnungen schön sind, das Gefühl allein in und mit der Wildnis zu sein,  bleibt das Höchste Gut. Zwei „Eindringlinge“ hatten sich dann doch noch zu später Stund’ auf dem Campingplatz verirrt. Wir verköstigten noch die restlichen Lachsfilets von Haida Gwaii und haben dann am Campfire mit hiesigen Diskussionen über was die Zukunft wohl für uns bereit hält und die Kunst einfach nur im Jetzt zu leben einen schönen Abend im Rauschen der über uns thronenden Aspen verbracht.

 

Am nächsten Morgen brachen wir auf Richtung New Aiyansh, einem wirklich schönen Dörfchen mit massiven Totem Poles und wichtig, einer Tankstelle, um für die weite Strecke den Tank zu füttern. Danach kam erst mal ein kleiner Schreck – eine Schotterpiste, die mit Schlaglöchern zu bombardiert war. Wir wussten zwar, dass dies eine „Forest Service Road“, die nicht unbedingt für alle Fahrzeuge geeignet ist, aber solche Schlaglöcher waren dann doch überraschend. Über 60km ging’s dann ab durch die Wildnis und staubigen Pisten, wobei sich die „Straßen“-verhältnisse nach den ersten zehn Kilometern deutlich verbesserten.

Stewart Cassiar Highway

 

An der Cranberry Junction stießen wir dann auf den Stewart Cassiar Highway – Zubringer zum Alaska Highway und den hohen Norden des Yukons. Der Stewart Cassiar ist nach wie vor ein Side Road Trip und ein echter Geheim Tipp, den wir nur wärmstens empfehlen können. Die Landschaft verbirgt immer wieder neue atemberaubende Naturspektakel und zumindest während wir auf dem Stewart Cassiar unterwegs waren, gab es kaum Autos. Es ist ein traumhafter Road Trip. Die Straßenverhältnisse sind teilweise zwar nicht so gut, aber genau das macht diesen Highway eben unter Anderem aus – Er ist wild – ebenso wie die Umgebung durch die dieser uns für die nächsten ca. 760km führt. 

 

 

Side Trip to Stewart and Alaska 

 

Liebe Kanada-Liebhaber und die, die es vielleicht noch werden: Lasst euch diesen Trip nicht entgehen!!! Euch bleibt der Atem weg, bei dieser Fahrt hinunter ins Tal hin zum Ozean, dem letzten Zipfel von British Columbia und einem der wohl isoliertesten bewohnten Orte von Alaska. Wir fahren hindurch massive Berglandschaften, dichte Wälder und Gletscher, die mit ihren polarblauen Zungen bis nahe der Straße ragen. Im Tal, am Golf von Alaska angekommen, erwartet einen das 500 Seelendorf „Stewart“. Einst lebten hier an die 10.000 Menschen, welche sich im Zuge des Goldrauschs hier niederließen. Der Ruhm war nicht von langer Dauer und viele der Häuser hat sich die Natur wieder zurück erobert. Nach 4km entlang einer Straße zwischen weit rausragenden Felsen zur einen und dem mit Nebelfeldern bedeckten Meer zur anderen Seite erreichen wir die Geisterstadt „Hyder“ in Alaska. Sobald man die Grenze übertritt läuft (oder fährt) man inzwischen zerfallenen Häusern, Pubs und einer Kirche, die allmählich von wildem Gebüsch und Pflanzen über- und durchwachsen werden. Es ist ein bisschen wie eine Reise in eine vergangene Ära. Ich für meinen Teil habe beim Durchwandern der Straße an den Enthusiasmus gedacht, mit welchem die Menschen vor über einem Jahrhundert hier voller Visionen und Tatendrang versuchten, ein Leben in der rauen Wildnis zu meistern, nachdem sie eine lange, kaum vorstellbare harte Reise auf sich nahmen, um hier den Traum vom großen Gold und Geld zu verwirklichen. Ein Gedanke, der einen des Öfteren in den Sinn kommt während man die Gold Rush Route hinauf fährt. 

 

Dazu ein Gedicht an dieser Stelle...

 

The Spell of the Yukon

 

I wanted the Gold and I sought it:

I scrabbled and mucked like a slave.

Was it famine or scurvy – I fought it:

I hurled my youth into a grave.

I wanted the Gold and I got it – 

Came out with a Fortune last fall 

Yet somehow Life’s not what I thought 

And somehow the Gold isn’t all.

 

 

 

Doch es gibt auch noch ein paar Menschen die über die Generationen in Hyder geblieben sind. Anzahl: 25. Unter anderem Diana, die köstlichen selbst gefangenen Heilbutt, Lachs, Krabben und andere Leckereien in ihrem kleinen alten Schulbus zubereitet. Wir konnten nicht wiederstehen – Alle Diätpläne über Bord – ein fetter Fischburger mit French Fries musste sein und er war der Wahnsinn. Totally recommended! Der Unterschied zwischen Kanada und Alaska wenn es um Fisch geht ist, dass in Kanada jeder Fisch vor dem Verkauf erst von der Fischerei-Behörde inspiziert werden muss – in den USA nicht. Das heißt, in Kanada Fisch fangfrisch kommerziell zu verkaufen ist verboten. Selbst am Meer kann man daher keinen fangfrischen Fisch bekommen. Nu denn, wir hatten ja schon einige Kilos Lachs gefangen, welcher sauber konserviert in unserem Van mitreist – dennoch war daher der Burger mit frischem Heilbutt von Diana ein wahrer Leckerbissen. 

Wir hatten eine gute Zeit am Bus, lernten ein paar andere Reisende kennen und kamen auch mit Diana in ein reges Gespräch. Bevor wir gingen brachte ich noch unsere Teller zu ihr, die sie mir aus dem Bus hinaus kommend dankend abnahm und mir erzählte, sie müsse die Teller immer sofort wegräumen, da sonst sofort die Bären da seien. Und ich so – Wie? Hast du hier öfters Bären zu Besuch? Oh yes! Kam es von ihr – und sie erzählte mir,  wie Bären schon die Fensterscheiben im Bus durchbrachen und Sie zeigte mir die Stelle. Ebenso zeigte sie mir Ihre Bewaffnung mit Bear Spray, das schon mehrere Male zum Einsatz kam. Die Bären seien überall im Dorf! Etwas Neues habe ich gelernt: Laut der Alaskan Fish Lady gehen die Bären nie den selben Weg raus, den sie reingekommen sind. Einmal hätte sie einen Bären beobachtet, wie er sich in ein offenes Auto durch die Fahrertür einen Weg suchte, um an ein Päckchen Toast zu kommen, um dann die Heckscheibe auszuhebeln, um wieder aus dem Auto hinaus zu kommen. Hört sich irgendwie unfassbar an. Darauf hin entgegnete ich ihr nur: „Well until now I really felt save sleeping in our van, but with that story I feel less secure.“ 

...Wir verließen Alaska und reisten wieder nach Kanada ein, wo ein ernster Grenzbeamte uns mit zweifelnder Miene einige ernste Fragen bezüglich unseres langen und wiederholten Aufenthaltes in Kanada stellte, bevor er uns wieder Eintritt ins gelobte Land gewährte. 

Zurück auf dem Stewart Cassiar fuhren wir einige Stunden, um dann am Kinaskan See zu übernachten. Es ist hell – Es ist richtig hell, als wir uns gegen halb eins schlafen legen – Welcome to the North!

 

Write a comment

Comments: 1
  • #1

    Mutziii (Wednesday, 06 July 2016 09:32)

    Hei ihr zwei, wie toll das alles klingt, danke für den schönen Beitrag- ich wünsche euch weiterhin eine geile Zeit!! 8-)