Brave new World - Unsere ersten Tage in Ontario

Seit rund einer Woche wohnen wir nun bereits in Toronto und so langsam sind wir und Bella hier angekommen. Einiges ist seitdem  bereits geschehen und wir möchten euch einen ersten tieferen Eindruck von unserem mittlerweile dritten kanadischen Abenteuer geben.

 

Doch alles der Reihe nach...denn zunächst begann unsere Reise mit einer endlos anmutenden Schlange bei der Einreise am Flughafen von Toronto...

 

„Ich halte das nicht mehr aus! Das Warten gerade ist echt das Schlimmste für mich“. Die Anspannung war Diana regelrecht ins Gesicht geschrieben. Nach achteinhalb Stunden Flug galt es vor dem Hintergrund, dass Bella bereits seit über 10 Stunden in ihrer Kiste ausharren musste, nun noch unsere Arbeitsgenehmigung abzuholen. Die Langsamkeit mit der sich die Warteschlange fortbewegte zerrte daher doppelt an unserem gejetlagtem Nervenkostüm

 

Doch endlich waren auch wir an der Reihe und nach nur wenigen Fragen erhielten wir unsere einjährige Arbeits-  und Aufenthalts-genehmigung...Yiiihaaa, we did it!!!

 So, nun trennten uns nur noch wenige Meter von Bella und unsere Schrittgeschwindigkeit erhöhte sich nochmals in Richtung Gepäckausgabe.

Nach kurzer Irritation standen wir nach endlosen Stunden endlich vor der Kiste unseres geliebten Vierbeiners. Wie zu erwarten war auch Bella überglücklich und empfing ihr Frauchen laut bellend in mitten all der Reisenden. Nachdem sich Bella und unsere Aufregung etwas beruhigt hatte, folgte zu guter letzt noch die abschließende Kür unserer Ankunft. Gepäckausgabe, Zoll inklusive Hundeuntersuchung und nach einer wohlverdienten Ankunftszigarette, die Abholung unseres Mietwagens, den ich wegen unserer Gepäckausmaße - insbesondere der großen Flugbox von Bella, noch kurzum upgraden musste.

 

Nur noch wenige Kilometer trennten uns jetzt noch von unserer  ersten Bleibe mit dem herbeigesehnten Bett und einer Dusche mitten in Toronto. Doch der Großstadtverkehr verschonte uns nicht und so blieb uns nichts anderes übrig auch diese abschließende Hürde zu nehmen. Am späten Abend erreichten wir glücklich, aber doch ziemlich übermüdet das Haus von Steve, unseres Gastgebers.

 

Seitdem leben wir uns mehr und mehr in der Großstadt ein. Toronto ist unentwegt geschäftig, multikuturell und verströmt einen gewissen europäisch-britischen Flair.  Der Verkehr, der Lärm, die vielen Menschen und Eindrücke lähmen uns jedoch zeitweise, so dass wir uns nach der Ruhe des Landlebens sehnen und nicht nur einmal an unser altes Leben auf unserer kleinen Ranch zurück denken. Das typisch kanadische Wetter mit reichlich Regen und kühlen Temperaturen trug sein übriges dazu bei,  die positiven Seiten des Stadtlebens zu verbergen.

 

Doch nach Regen kommt bekanntlich Sonnenschein und so wars dann auch. Mittlerweile haben wir hier einige liebe Menschen kennengelernt und teils wieder verabschieden müssen. Diana gibt täglich morgens Yogaunterricht und ich helfe bei der Renovierung des Hauses. Mit diesen und weiteren Hilfstätigkeiten erhalten wir freie Kost und Lodgie, was angesichts der sportlichen Preise für Miete und Lebensunterhalt ein Segen ist. Bella hat sich nach anfänglichem Rückzugsbedürfnis mit allen Mitbewewohnern unserer Kommune innig angefreundet und fühlt sich von Tag zu Tag sichtlich wohler. Sie ist halt doch ein echter Reisehund!!!

 

Neben unserer rund vierstündigen Arbeit galt es in den ersten Tagen nach unserer Ankunft im Wesentlichen a) ein geeignetes Vehikel für unseren langen Roadtrip in den Westen Kanadas zu finden und anzumelden bzw. b) sonstige bürokratische Verpflichtungen wie die Eröffnung eines Bankkontos oder die Beantragung einer Sozialversicherungsnummer zu erledigen. Letzteres war schnell erledigt und seit dieser Woche sind wir nun auch stolze Besitzer eines Wohnmobils mit dem Namen Orwell (Baujahr 1984). Insofern haben sich unsere Vorsätze bislang ideal umsetzen lassen und wir sind überglücklich....aaaaaber!!! jetzt kommts, und das war nicht geplant...

 

Die Mühlen der Bürokratie in Ontario mahlen zwar nicht unbedingt langsam, aber für einen Neuankömmling unglaublich kompliziert. Die Zulassung von Orwell, wuchs sich in den letzten Tagen zu einem regelrechten Spießrutenlauf aus, der Nerven, Zeit und Geldbeutel strapazierten. Nach einer Woche täglicher Behördengänge habe ich nun einen kanadischen Führerschein und die Nummernschilder für unser Wohnmobil erhalten. Yiiihaaa!!!! Leider sind es nur zeitlich begrenzte Schilder, da wir Orwell noch durch eine Art TÜV bringen müssen – wäre ja auch sonst zu einfach – aber eine Lösung ist schon in Sicht, es bleibt also spannend... drückt uns die Daumen!!!

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Comments: 4
  • #1

    Luisa (Monday, 15 May 2017 09:04)

    Hahahaha...Honest Eds...ein Klassiker ;)

  • #2

    Mutzi (Monday, 15 May 2017 09:18)

    Toll, ihr beiden!! Ich freue mich, dass Bella wohlbehalten in der neuen Heimat angekommen ist - auch wenn ich keine Zweifel hatte, dass sie ein echter Reisehund ist :))) viel Energie für die nächsten Hürden und Freude an den nächsten Abenteuern- yihhaa! euer Mutzi ausm Büro

  • #3

    Sabine (Monday, 15 May 2017 12:08)

  • #4

    Eure Lieblingsnachbarn (Wednesday, 17 May 2017 21:35)

    Nicht nur ihr vermisst das Landleben......das "Land" vermisst euch auch!

    Liebe Grüsse von uns allen!